Arbeitslosengeld I: Häufig eine Brücke in die Rente (2023)

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Das erwartet Sie in diesem Artikel

  • 1.Anspruch und Anspruchsdauer
  • 2.Höhe des Arbeitslosengelds
  • 3.Arbeitslosengeld und Rente
  • 4.Keine Sonderrechte für ältere Arbeitslose

Die meisten älteren Arbeitnehmer können es sich kaum vorstellen, bis 65 oder gar bis 67 durchzuarbeiten – zumindest nicht mit einer vollen Stelle. Daher sind viele auf der Suche nach Alternativen. Klar ist dabei: Wer krank und arbeitsunfähig ist, für den ist die Krankenversicherung zuständig, die in solchen Fällen nach der sechswöchigen Lohnfortzahlung des Arbeitgebers bis zu 72 Wochen Krankengeld zahlt.

In einigen Branchen gibt es als Überbrückung hin zur Rente noch die Altersteilzeit. Diese kann übrigens auch in Branchen, in denen kein entsprechender Tarifvertrag besteht, individuell zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden.

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Für den Fall, dass ältere Arbeitnehmer ihren Job verlieren, steht ihnen, genau wie Jüngeren, die VersicherungsleistungArbeitslosengeld I (ALG I)zu. Wer arbeitslos ist, arbeitsfähig ist und Arbeit sucht, für den ist die Arbeitslosenversicherung zuständig – und nicht die Rentenversicherung. Dies gilt auch dann, wenn bereits ein Anspruch auf ein vorzeitiges Altersruhegeld besteht.

Die Versicherungsleistung ALG I erhalten Arbeitnehmer längstens bis zum Ende des Monats, in dem sie das reguläre Rentenalter erreichen. Das gilt auch dann, wenn sie bereits vorher Anspruch auf ein vorgezogenes Altersruhegeld haben. Eine Aussteuerung in die Frührente gibt es beim ALG I nicht. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die beim ALG I geltenden Regeln.

Hartz IV: Zwangsverrentung manchmal möglich

Familienangehörige anzustellen kann sich vor allem für Selbstständige und Freiberufler lohnen, denn die Gehaltszahlungen bleiben in der Familie und mindern die Betriebsausgaben.

(Video) Brücke zur Rente ALG 1 - Kann das Arbeitsamt bestimmen, wann der Rentenantrag gestellt wird

Anspruch und Anspruchsdauer

Arbeitslosengeld (ALG) I wird von den Arbeitsagenturen an Erwerbslose gezahlt, die vor der Arbeitslosmeldung längere Zeit Beiträge zur Arbeitslosenversicherung abgeführt haben. Auf ALG I haben Arbeitslose einen Rechtsanspruch – unabhängig vom eigenen Vermögen. Auch auf das Einkommen des Ehepartners kommt es nicht an.

ALG I wird an Arbeitnehmer gezahlt, die

  • arbeitslos sind,
  • sich bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet und
  • die nötige Anwartschaftszeit (Versicherungszeit) erfüllt haben.

Die zuletzt genannte Voraussetzung erfüllen Erwerbslose, die in einer Rahmenfrist von zwei Jahren (rückgerechnet ab dem Tag des Antrags auf ALG I) mindestens zwölf Monate lang versicherungspflichtig beschäftigt waren.

Wichtig: Seit 1. Januar 2020 reicht es, wenn in den letzten 30 Monaten zwölf versicherungspflichtige Monate nachgewiesen werden.

Vom Anspruch auf ALG I ist die Dauer des Anspruchs zu unterscheiden. Wie lange Anspruch auf ALG I besteht, hängt von der Dauer der versicherungspflichtigen Beschäftigung in den vergangenen fünf Jahren vor dem Tag des Antrags auf Arbeitslosengeld I und dem Lebensalter der Betroffenen ab. Wer ALG I beantragt und unter 50 Jahre alt ist, kann diese Leistung nur maximal ein Jahr lang beziehen. Zwölf Monate ALG I gibt es allerdings nur für diejenigen, die in der maßgeblichen Rahmenfrist von fünf Jahren vor der Antragstellung mindestens 24 Monate lang versicherungspflichtig waren. Bei kürzeren versicherungspflichtigen Beitragszeiten läuft das ALG I entsprechend kürzer. Wer nur zwölf Monate versicherungspflichtig war, erhält für sechs Monate ALG I. Bei jeweils vier zusätzlichen Beitragsmonaten verlängert sich dann der Anspruch um jeweils zwei Monate.

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Ab 50 gibt es länger ALG I

Wer mindestens 50 Jahre alt ist, kann bis zu 15 Monate ALG I erhalten. Für Arbeitslose zwischen 55 und 58 Jahren gibt es die Leistung für maximal 18 Monate, bei nachgewiesenen 36 Beschäftigungsmonaten. Wer 58 oder älter ist, bekommt bis zu 24 Monate ALG I.

Längst nicht allen älteren Arbeitslosen steht dabei die jeweils für ihr Alter geltende Maximaldauer zu. Neben dem Alter kommt es nämlich auch auf die Zeiten an, in denen Arbeitslosenversicherungsbeiträge gezahlt wurden. Ausschlaggebend sind hier im Normalfall die letzten fünf Jahre vor der Antragstellung. Nur wer in dieser "Dauer-Rahmenfrist" von fünf Jahren mindestens 48 Monate versicherungspflichtig war, kann als 58-Jähriger 24 Monate ALG I erhalten.

Wenn die Dauer des Anspruchs ausgerechnet wird, kommt es nicht auf das Alter am Tag der Entlassung an. Es zählt vielmehr das Alter an dem Tag, an dem der Betroffene den Antrag auf Arbeitslosengeld I stellt. Dieses Datum wird im Antrag vermerkt.

(Video) Arbeitslosengeld als Brücke zur Rente - Sperrfrist beachten

Die Verschiebung Ihres Antrags kann sich lohnen

Wenn Sie kurz vor Ihrem 50., 55. oder 58. Geburtstag arbeitslos werden, sollten Sie genau kalkulieren. Falls Sie befürchten, dass Sie längere Zeit ohne Job bleiben werden, sollten Sie den Antrag auf Arbeitslosengeld I bis zu Ihrem Geburtstag aufschieben. Nach Paragraf 118 Absatz 2 des dritten Sozialgesetzbuchs können Sie, bis die Arbeitsagentur über Ihren Antrag auf Arbeitslosengeld I entschieden hat, noch bestimmen, dass Ihr Anspruch erst ab einem späteren Termin wirksam werden soll – etwa an Ihrem 55. Geburtstag. Dann erhalten Sie zwar bis zum Tag der Antragstellung keine Unterstützung, dafür können Sie aber später unter Umständen drei oder sechs Monate länger Arbeitslosengeld I erhalten.

Vergessen Sie aber nicht, dass Sie dann in der Wartezeit unter Umständen nicht krankenversichert sind. Sie sollten sich in diesem Fall daher auch mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen.

Sperrzeitgefahr

Wer seinen Arbeitsplatz selbst aufgegeben hat und dafür keinen wichtigen Grund hatte, muss mit einer Sperrzeit rechnen. Dann gibt es in den ersten zwölf Wochen der Arbeitslosigkeit kein ALG I. Zudem wird die Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld um ein Viertel gekürzt. Für Arbeitslose ab 58 Jahren bedeutet dies in der Regel, dass ALG I maximal 18 statt 24 Monate gezahlt wird.

Wenn Sie Ihr Arbeitsverhältnis einvernehmlich (ob mit oder ohneKündigungund Zahlung einer Abfindung) per Aufhebungsvertrag beenden, sollten Sie sich vor einer Unterschrift in jedem Fall Bedenkzeit erbitten und sich dringend rechtlich beraten lassen - etwa durch den gewerkschaftlichen Rechtsschutz. Denn durch Ihre Unterschrift verzichten Sie meist auf Ihre Rechte nach dem Kündigungsschutzgesetz. Und zum anderen müssen Sie damit rechnen, dass bei anschließender Arbeitslosigkeit die Arbeitsagentur gegen Sie eine Sperrzeit verhängt.

Strittig war in den vergangenen Jahren, ob Arbeitnehmern, die sich nach dem Ende ihrer Altersteilzeit (ATZ) arbeitslos meldeten, eine Sperrzeit droht. Dem hat das Bundessozialgericht (BSG) mit einer Entscheidung vom 12. September 2017 einen Riegel vorgeschoben. Generell gilt: Wer einen Altersteilzeitvertrag abgeschlossen hat, der hat in der Regel seinen vorher bestehenden unbefristeten Arbeitsvertrag aufgegeben und diesen gegen einen befristeten (Altersteilzeit-)Vertrag eingetauscht. Das Ende der Beschäftigung (nach dem ATZ-Ende) wurde damit vorab vereinbart.

Das Bundessozialgericht (BSG) befand jedoch: Es kommt auf die Situation vor dem Abschluss der Altersteilzeitvereinbarung an, also unter Umständen auf Absichtserklärungen, die vor mehr als zehn Jahren abgegeben wurden. Wenn die Betroffenen bei Abschluss der ATZ-Vereinbarung eindeutig beabsichtigt hatten, nach dem Ende der ATZ in Rente zu gehen, haben sie – so das BSG – einen "wichtigen Grund" gehabt, ihren alten unbefristeten Arbeitsvertrag aufzulösen und stattdessen einen befristeten Altersteilzeitvertrag abzuschließen (Az.: B 11 AL 25/16 R).

Seitdem hat sich durch die Einführung derabschlagsfreien Altersrente ab 63 für besonders langjährig Versichertedie Rechtslage deutlich verändert. Wenn ein Betroffener sich deshalb nun entscheidet, nach dem Ende der ATZ erst einmal keine Rente zu beantragen, kann ihm dies nicht vorgeworfen werden, befand das BSG. Die Umentscheidung sei legitim. Deshalb dürfe keine Sperrzeit verhängt werden.

Biallo-Lesetipp:

Familienangehörige anzustellen kann sich vor allem für Selbstständige und Freiberufler lohnen, denn die Gehaltszahlungen bleiben in der Familie und mindern die Betriebsausgaben. Tipps zuArbeitsveträgen mit Angehörigenerhalten Sie in unserem Ratgeber zum Thema.

Hinweis: Für Anträge auf Arbeitslosengeld 2 (Hartz IV) gelten für das Jahr 2021 aufgrund der Corona-Pandemie vereinfachte und erleichterte Regelungen. Ab 2022 gelten wieder die Normalregelungen bei der Vermögensanrechnung bei Hartz IV. Darauf sollte man sich rechtzeitig vorbereiten. Wie, erfahren Sie in unserem RatgeberVon Arbeitslosengeld 1 zu Arbeitslosengeld 2: Was beim Antrag von Hartz IV zu beachten ist.

Höhe des Arbeitslosengelds

Ältere Arbeitslose erhalten als ALG I meist etwa 60 Prozent ihres vorherigen Nettoverdienstes. Wer noch Anspruch auf Kindergeld hat, dem stehen 67 Prozent zu. Ein Arbeitsloser ohne Kindergeldanspruch, der zuvor 3.000 Euro brutto im Monat verdient hat, bekommt zum Beispiel bei Steuerklasse I oder IV monatlich 1.188,90 Euro ALG I.

  • Biallo-Tipp: Für Verheiratete kann es sich lohnen, im Kalenderjahr vor der Arbeitslosigkeitin die Steuerklasse III zu wechseln. Dann fällt das ALG I deutlich höher aus. Die höhere Lohnsteuer des Ehepartners (mit Klasse V) wird später nach der Steuererklärung erstattet. Ein Wechsel in die vorteilhafte Steuerklasse IV Faktor bringt sogar noch während der Arbeitslosigkeit ein höheres ALG I.

Sonderregelung bei vorherigem Wechsel in Teilzeit

Ältere Arbeitnehmer fühlen sich manchmal den Belastungen eines vollen Jobs nicht mehr gewachsen. Oder sie möchten einfach mehr Freizeit haben und verkürzen deshalb ihre Arbeitszeit oder suchen sich einen Job mit kürzerer Arbeitszeit. Interessant für die Betroffenen ist, dass die Arbeitszeitverkürzung sich bei einer später eintretenden Arbeitslosigkeit in vielen Fällen nicht negativ auswirkt.

(Video) Brücke zur Rente - Mit ALG 1 zu höhrere Rente

Generell gilt: Solange auch nach einer Arbeitszeitverkürzung der Job weiterhin sozialversicherungspflichtig ist, stehen die betroffenen Arbeitnehmer weiterhin unter dem Schutz der Arbeitslosenversicherung. Sie haben damit im Falle des Arbeitsplatzverlustes Anspruch auf Arbeitslosengeld, soweit sie in den letzten beiden Jahren vor der Antragstellung zwölf Monate sozialversicherungspflichtig tätig waren.

Auf die Höhe des möglichen Arbeitslosengeldes wirkt sich eine Arbeitszeitverkürzung und die damit verbundene Gehaltsminderung gegebenenfalls jedoch negativ aus. Doch auch hierbei gibt es eine Ausnahmeregelung, genauer gesagt eine zeitweise Bestandsschutzsicherung für Arbeitszeitverkürzer.

Hemmnisse gegenüber persönlichen Arbeitszeitverkürzungen abbauen – dies ist das Ziel einer gesetzlichen Regelung, die in Paragraf 150 Absatz 2 Nr. 5 des dritten Sozialgesetzbuchs zu finden ist. Wer die Arbeitszeit verkürzt, bekommt zwar nach wie vor weniger Lohn oder Gehalt, das Gesetz begrenzt jedoch die Nachteile bei einem möglichen Arbeitsplatzverlust. Zumindest bei einem Arbeitsplatzverlust in den ersten drei Jahren nach der Arbeitszeitverkürzung. Um im Falle einer Arbeitslosigkeit diese Bestandsschutzregelung in Anspruch nehmen zu können, müssen innerhalb der letzten dreieinhalb Jahre vor dem Antrag auf ALG I noch mindestens sechs Beschäftigungsmonate mit der längeren Arbeitszeit (in der Regel also mit der Vollzeitbeschäftigung) nachgewiesen werden.

Wenn die Betroffenen ihre Stelle verlieren, können sie trotz der Arbeitszeitverkürzung unter Umständen so viel Arbeitslosengeld erhalten, als hätten sie bis zuletzt mit ihrer früheren längeren Arbeitszeit weitergearbeitet. Es gibt also eine gewisse Belohnung für eine Arbeitszeitverkürzung.

Von dieser Regelung kann allerdings nur profitieren, wer seine Arbeitszeit um mehr als 20 Prozent verkürzt hat. Wer laut Arbeitsvertrag 40 Stunden in der Woche arbeitet, dem reicht eine Reduzierung auf 32 Stunden also nicht aus – denn das wären nur genau 20 Prozent weniger. Die Arbeitszeit muss in diesem Fall also auf 31,9 Stunden oder weniger verkürzt worden sein beziehungsweise werden.

In den Fällen, in denen die Bestandsschutzregelung in Anspruch genommen werden kann, gibt es für die konkrete Berechnung des ALG I allerdings noch zwei unterschiedliche Varianten:

Variante 1: Die Berechnung des ALG I nach dem vorherigen Vollzeitentgelt wird vorgenommen, wenn Arbeitnehmer innerhalb von 19 Monaten nach der Arbeitszeitverkürzung ihren Job verlieren, also noch fünf Monate mit dem höheren Entgelt vorweisen können.

Variante 2: Ist dies nicht der Fall, wird das Arbeitslosengeld nicht mehr auf Grundlage des früheren Vollzeitgehalts, aber auch nicht auf Basis des niedrigeren Teilzeitverdienstes, sondern "fiktiv" bemessen. Entscheidend für die Höhe wäre dann die berufliche Qualifikation der Betroffenen.

Arbeitslosengeld und Rente

Die meisten Älteren, die 63 Jahre oder älter sind, können sich frei zwischen Arbeitslosengeld I und Rente entscheiden. Wer knapp 64 Jahre alt ist, kann derzeit sogar die abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte erhalten. Dennoch spricht vieles dafür, dass sich Betroffene weiterhin dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen und die Leistung der Arbeitsagentur beziehen.

Zunächst einmal mag einiges für die Rente sprechen. Schließlich sind Rentenbezieher ziemlich unabhängig. Für sie bestehen – anders als für Arbeitslose – keinerlei Meldepflichten mehr und sie können jederzeit so lange, wie sie wollen, in Urlaub fahren. Doch wer diese "Freiheit" zu früh wählt, muss dafür häufig teuer bezahlen: Mit Renteneinbußen bis zum Lebensende. Drei wichtige finanzielle Gründe sprechen nämlich häufig für eine Entscheidung gegen die vorzeitige Rente und für den weiteren Bezug der Leistungen der Arbeitsagentur:

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(Video) Arbeitslosengeld höher als Rente

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ALG I ist häufig höher als die Rente

Gerade bei Frauen, die häufig weniger Rentenversicherungsjahre vorweisen können als Männer und oft auch weniger verdient haben, fällt die gesetzliche Altersrente häufig sehr niedrig aus. Mit Geld von der Arbeitsagentur steht man meist besser da.

  • Biallo-Tipp: Lassen Sie sich in jedem Fall vor dem Rentenantrag genau ausrechnen, mit wie viel Rente Sie rechnen können.

Jedes Jahr registrierter Arbeitslosigkeit erhöht die Rente

Hinzu kommt: Wer nicht vorzeitig in Rente geht und weiterhin arbeitslos gemeldet bleibt, für den zählt bei der Rente auch die Arbeitslosenzeit als Versicherungszeit. Die Zeit des Bezugs von ALG I bringt für die spätere Rente 80 Prozent dessen, was die vorherige Beschäftigungszeit für die Rente wert war.

Zwei Jahre Bezug von ALG I – so lange können ja viele Ältere die Leistung beanspruchen – schlagen bei einem Erwerbslosen, der vor der Arbeitslosigkeit ein durchschnittliches Einkommen erzielt hatte, mit einer Erhöhung der späteren monatlichen Rente um rund 50 Euro zu Buche. Für einen Arbeitslosen, der zuletzt zu den Besserverdienenden gehörte und ein Einkommen in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze erzielte, bringen zwei Jahre ALG I-Bezug sogar ein Rentenplus von rund 100 Euro.

Wer vorzeitig in Rente geht, wird häufig durch Rentenabschläge bestraft

Keinesfalls vergessen werden sollte auch, dass ein um zwei Jahre vorgezogener Renteneintritt (für den man sich ja entscheidet, wenn man statt ALG I Rente beantragt) mit Rentenabschlägen von bis zu 7,2 Prozent bestraft wird – und zwar lebenslang. Dies gilt bei der Altersrente für langjährig Versicherte, die mit 63 bezogen werden kann. Das Rentenminus beläuft sich hier für einen (durchschnittlich verdienenden) Standardrentner, der zwei Jahre zu früh in Rente geht, auf rund 100 Euro.

Regelungen bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Wer diese besonders begehrte abschlagsfreie Frührente erhalten möchte, muss hierfür 45 Versicherungsjahre nachweisen. Zeiten des ALG I-Bezugs zählen dabei mit – außer in den letzten beiden Jahren vor dem Rentenantrag. Hier zählen diese Zeiten nur mit, wenn die Arbeitslosigkeit durch eine Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers verursacht wurde.

  • Biallo-Tipp: Wer neben dem Bezug von ALG I einen rentenversicherungspflichtigen Minijob aufnimmt, für den gilt die Minijob-Zeit als vollwertige Versicherungszeit und kann entsprechend zum Anspruch auf die abschlagsfreie Rente verhelfen. Die Aufnahme des kleinen Jobs muss der Arbeitsagentur in jedem Fall gemeldet werden.

Ein Hinweis zum Ruhestand im Ausland: Grundsätzlich kann jeder, der eine gesetzliche Rente in Deutschland bezieht, sich diese auch in sein gewähltes Auslandsdomizil überweisen lassen. Jedoch müssen Ruheständler, die ihren Lebensabend im Ausland verbringen, mit steuerlichen Konsequenzen rechnen. WelcheRegeln bei der Rente im Auslandgelten, haben wir in einem Ratgeber für Sie zusammengefasst.

Keine Sonderrechte für ältere Arbeitslose

Sicherlich betrachtet der eine oder andere ältere Arbeitslose den Arbeitslosengeld I-Bezug als Übergangszeit zur späteren Rente – und ist weniger an einer Arbeitsaufnahme interessiert. Daher ist das Verhältnis zwischen älteren Arbeitslosen und der Arbeitsagentur manchmal keineswegs konfliktfrei.

  • Biallo-Tipp: Als Älterer sollten Sie sich klarmachen, dass bei der Arbeitsagentur für Jung und Alt die gleichen Regeln gelten.

Die alte "58er-Regelung", nach der sich Arbeitslose ab 58 Jahren aus der Arbeitsuche ausklinken konnten, ohne dass dies Folgen für die Leistungsansprüche hatte, ist bereits Ende 2007 ausgelaufen.

Für ältere Arbeitslose (auch für 64- oder 65-Jährige) gelten bei der Arbeitsvermittlung nun genau die gleichen Regeln wie für Jüngere. Insbesondere müssen die Betroffenen alle zumutbaren Arbeiten annehmen. Und zumutbar ist beispielsweise im Grundsatz auch für eine Bankkauffrau eine Reinigungsarbeit. Denn für Arbeitslose gibt es generell keinen Berufs- und Qualifikationsschutz. Zudem müssen sich auch ältere Arbeitslose die Vermittlung in Stellen gefallen lassen, die weit schlechter dotiert sind als diejenige, die sie zuletzt innegehabt haben. Wenn Sie zumutbare Stellen ablehnen, droht Ihnen zumindest eine zeitweise Sperre der Versicherungsleistung.

Diese Regeln sollten ältere Arbeitslose stets beachten. Denn das oben gewählte "Bankkauffrau-Beispiel" ist nicht aus der Welt gegriffen. Ähnliche Erfahrungen haben bereits manche Ältere gemacht. Der eine oder andere Arbeitsvermittler scheint Gefallen daran zu finden, gerade älteren Arbeitslosen Stellen anzubieten, an denen diese aller Voraussicht nach kaum Interesse haben.

Biallo-Tipp

Nehmen Sie auch Stellenangebote ernst, an denen Sie nicht interessiert sind. Wenn Sie, etwa als Bankkauffrau, eine Putzstelle ablehnen, droht Ihnen eine zeitweise oder gar dauerhafte Streichung Ihres ALG I. Letzteres gilt dann, wenn Sie erklären, dass sie an solchen Stellen prinzipiell nicht interessiert sind. Wenn Sie sich dagegen bei einem Arbeitgeber vorstellen und die Stelle nicht erhalten, drohen Ihnen keinerlei Sanktionen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Arbeitgeber, der eine Reinigungskraft sucht, für eine ältere Bankkauffrau entscheidet, ist übrigens außerordentlich gering.

(Video) Energiepauschale auch bei ALG I

FAQs

Wie kann ich 3 Jahre bis zur Rente überbrücken? ›

Wenn du 3 Jahre bis zur Rente überbrücken möchtest, könntest du dir aber auch einfach ein paar zusätzliche Rentenpunkte kaufen. Das macht besonders Sinn, wenn du vielleicht über etwas Kapital verfügst, aber noch nicht genügend Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hast.

Wird bei ALG 1 in die Rente eingezahlt? ›

Gut zu wissen: Wird Arbeitslosengeld 1 gezahlt, übernimmt die Arbeitsagentur in der Regel auch Rentenbeiträge. Die Beiträge werden auf Grundlage von 80 Prozent des der Berechnung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegenden Arbeitsentgelts gezahlt.

Wie zählen die letzten 2 Jahre Arbeitslosengeld für die Rente? ›

Wer 2 Jahr vor Rentenbeginn Arbeitslosengeld 1 bezieht, riskiert unter Umständen den Einstieg in diese abschlagsfreie Rente. Denn ALG-1 zwei Jahre vor Rentenbeginn zählt nicht als anrechenbare Wartezeit. Außer der Versicherte wird arbeitslos, weil sein Arbeitgeber insolvent wird oder den Betrieb vollständig aufgiebt.

Wie kann ich zwei Jahre bis zur Rente überbrücken? ›

Arbeitslosengeld als Überbrückung bis zum Rentenbeginn

Und genau diese 2 Jahre können Sie nun einsetzen, um mit 61 Jahren aus dem Erwerbsleben auszutreten und mit 63 Jahren frühzeitig gesetzliche Rente zu beziehen. Die 2 Jahre überbrücken Sie finanziell mit dem Arbeitslosengeld.

Was bleibt von 1300 Euro Rente übrig? ›

Von 1300 Euro, die die Renteninformation beispielsweise einem Durchschnittsverdiener in Aussicht stellt, bleiben real gerade einmal 950 Euro übrig“, teilte der Sender mit. Ein Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Bund nannte die Darstellung „in hohem Maße irreführend und teilweise auch schlicht falsch“.

Was bleibt mir von 1500 Euro Rente übrig? ›

Bei einer Bruttorente in Höhe von 1.500 Euro müssen Sie als Versicherter mit Kind im Schnitt mit Abzügen in Höhe von 165 Euro von Ihrer Bruttorente rechnen. Damit bleiben Ihnen nach dem Abzug der Sozialversicherungsbeiträge nur (1.500 – 165 = ) 1.335 Euro.

Wie wirkt sich ein Jahr Arbeitslosigkeit auf die Rente aus? ›

Die Zeit des Arbeitslosengeld-1-Bezugs ist damit für die spätere Rente um ein Fünftel weniger wert als die vorherige Beschäftigungszeit. Konkret heißt das: Ein volles Jahr Arbeitslosengeld-Bezug bringt bei einem Bruttoverdienst von 3.000 Euro ein Minus bei der späteren Monatsrente von etwa 6 bis 7 Euro.

Wird man mit 62 Jahren noch vom Arbeitsamt vermittelt? ›

Ja, sobald Sie das 63. Lebensjahr vollendet haben. Es gibt drei Formen der vorgezogenen Altersrente – nach 35 oder 45 Versicherungsjahren sowie die Rente für schwerbehinderte Menschen. Alle drei Varianten bieten die Möglichkeit, deutlich vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze aus dem Berufsleben auszusteigen.

Kann ich aus der Arbeitslosigkeit mit 63 in Rente gehen? ›

Seit dem 1.7.2014 können Versicherte mit mindestens 45 Versicherungsjahren die vorgezogene Rente mit 63 Jahren ohne Abschläge in Anspruch nehmen.

Wer 58 ist kann per Unterschrift gegenüber dem Arbeitsamt erklären keine Arbeit mehr zu suchen? ›

58er-Regelung sah vor, dass Arbeitslose, die das 58. Lebensjahr vollendet hatten, Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II unter erleichterten Bedingungen beziehen konnten. Sie konnten nämlich der Arbeitsagentur bzw. dem Jobcenter gegenüber erklären, dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Wann ist man nicht mehr vermittelbar? ›

Wer gilt als unvermittelbar? Wer über einen längeren Zeitraum keinen Job findet und nach Ansicht der Arbeitsagentur beziehungsweise der Jobcenter keine Aussicht auf Arbeit hat, gilt als unvermittelbar. Dies kann sich nur auf den gewählten Beruf oder auf alle beruflichen Tätigkeiten insgesamt beziehen.

Warum zählen die letzten Jahre vor der Rente mehr? ›

Die Rentenhöhe hängt nicht von den Einzahlungen Ihrer letzten Arbeitsjahre ab, sondern resultiert aus Ihrem gesamten Versicherungsleben. Nur wenn Sie in den letzten Jahren vor der Rente am höchsten verdienen, haben Sie in dieser Zeit einen besonders hohen Rentenzuwachs.

Wie viel Geld sollte man mit 60 gespart haben? ›

Wie viel Geld sollte man nun mit 60 Jahren gespart haben? 60-Jährige sollten für ein angenehmes Rentenleben rund 176.000 Euro gespart haben.

Was ist besser Altersteilzeit oder Rente mit 63? ›

Für Deinen späteren Rentenanspruch ist die Altersteilzeit deshalb in jedem Fall besser als gewöhnliche Teilzeitarbeit. Denn Du erhältst in Altersteilzeit mindestens 80 Prozent der Rentenbeiträge Deines Vollgehalts vom Arbeitgeber, obwohl Du nur noch die halbe monatliche Stundenzahl leistest.

Sind 60 rentenpunkte viel? ›

Wer 60 Rentenpunkte sammelt, kann ungefähr mit einer Rente von 2.000 Euro brutto im Monat rechnen.

Kann ich einfach aufhören zu arbeiten? ›

Angenommen, jemand möchte beispielsweise zwei Jahre früher in Rente gehen, dann kann er mit gut 63 Jahren aufhören zu arbeiten und die Abschläge von 3,6 Prozent pro Jahr hinnehmen, wenn er 35 Beitragsjahre erfüllt. Ohne Abschläge müsste die Person auf 45 Beitragsjahre kommen.

Was kann ich tun um früher in Rente zu gehen? ›

Mit genug Beitragsjahren können viele schon ab 63 in Frührente gehen. Abschläge. Mit mindestens 45 Beitragsjahren können Sie abschlagsfrei – also ohne Rentenminderung – früher in Rente gehen. Wer nur mindestens 35 Jahre aufweist, muss mit Einbußen rechnen.

Wie schaffe ich es früher in Rente zu gehen? ›

Früher in Rente durch Einmalzahlung: Wer vorsorgt, kann auch ohne Abschläge früher in Rente. Eine freiwillige Ausgleichszahlung hilft Ihnen dabei. Immer mehr Menschen gehen diesen Weg. Dazu ist es aber erforderlich, den gesamten Beitragssatz von 18,6 Prozent selbst aufzubringen.

Wird man mit 62 noch vom Arbeitsamt vermittelt? ›

Ja, sobald Sie das 63. Lebensjahr vollendet haben. Es gibt drei Formen der vorgezogenen Altersrente – nach 35 oder 45 Versicherungsjahren sowie die Rente für schwerbehinderte Menschen. Alle drei Varianten bieten die Möglichkeit, deutlich vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze aus dem Berufsleben auszusteigen.

Videos

1. Arbeitslosengeld - Voraussetzungen und Dauer (Das musst du wissen!)
(Fernsehanwalt)
2. Ruhen des Anspruchs auf Arbeitslosengeld
(Sandra Flämig)
3. Arbeitslosengeld: Wie, wieviel und wie lange bekomme ich ALG?
(WBS TRAINING)
4. 45 Jahre Wartezeit vor der Rente: Darf ich jetzt noch arbeitslos werden?
(Sozialverband Schleswig-Holstein)
5. Die gesetzliche Arbeitslosenversicherung
(hansKurz erklärt)
6. Sperre beim Arbeitsamt
(Sozialverband Schleswig-Holstein)
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Author: Dean Jakubowski Ret

Last Updated: 12/07/2022

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